auf... 2

(2005-2007)
16 Mins
4.4.4.4 - 6.4.4.1 - Perc(4) - Pf(2) - Hp(2) - Str

Beschreibung

Uraufführung am 26.7.2007 Baden-Baden: Ensemble Modern Orchestra Ltg. Pierre Boulez

 

Mark Andres Komposition „…auf…“ ist als Auftragswerk entstanden. Musica Viva, das Ensemble Moderne und die Donaueschinger Festspiele sprachen den Komponisten an, für sie jeweils ein Werk von 15 bis 18 Minuten Dauer zu schreiben. Andre respektierte diesen Wunsch, ihm aber schwebte Größeres vor. Nach Absprache mit den jeweiligen Veranstaltern wurde ein Kompromiss gefunden: ein etwa 45-minütiges Werk, das in drei Teile gegliedert ist. Und genau in dieser Dreiteiligkeit lag die Herausforderung für Mark Andre. Jeder der drei Teile musste für sich autonom sein, dennoch sollten sie zusammen eine Einheit bilden; hinter der Komposition musste eine erkennbare Struktur stecken, mit der ein Bogen über die einzelnen Stücke gespannt werden konnte. Die drei Teile sollten außerdem variabel kombinierbar und aufführbar sein; sie als Einheit komplett aufzuführen ist zwar durchaus möglich, aber nicht unbedingt notwendig.

Das bedeutete für die Kompositionsarbeit eine konsequente und sinnvoll durchdachte Entwicklung des Werks, die sich insgesamt über vier Jahre erstreckte. Ende Juni 2007 war die Partitur zu Teil 3, der etwa 17 Minuten dauert, fertig gestellt. Dieser wird im Oktober 2007 bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt. Der zweite Teil wurde am 26. September im Festspielhaus Baden-Baden vom Ensemble Moderne unter der Leitung von Pierre Boulez uraufgeführt. Die Uraufführung von „…auf…I“ erfolgt später als die der anderen beiden Teile, nämlich im Dezember 2007 in München durch das Bayrische Rundfunkorchester unter der Leitung von Hans Zender. Da der Termin für die Aufführung in München mehrmals verschoben werden musste, können die Uraufführungen der Teile 1-3 nicht in chronologischer Reihenfolge stattfinden.

Mark Andre bezeichnet sein Werk „…auf…“ als Triptychon und verweist damit schon auf dessen religiösen Bezug. In „…auf…“ geht es darum, das Motiv der Auferstehung Christi in Musik zu übertragen, worauf auch schon der Titel hindeutet. Übergang und Schwelle, aber auch der mögliche Übergang zwischen den Ständen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Idee dahinter war folgende: Wie funktioniert eine musikalische Schwelle als mögliches Übergangsmittel und wie darf man diese entwickeln? Bei den Entscheidungen, die Andre in diesem Zusammenhang treffen musste, verließ er sich immer wieder auf seine Intuition, die er als wichtigen Bestandteil seiner Kompositionsarbeit ansieht. Doch trotz des religiösen Bezuges handelt es sich dabei nicht um religiöse Musik. Die Auferstehung Christi ist zwar das Grundthema seines Werks, erscheint aber trotzdem nur im Hintergrund, indirekt. Deshalb ist „…auf…“ auch für Zuhörer geeignet, denen metaphysische Problematiken eher fremd sind. Die Ebene der Religiosität kann, muss aber nicht zwangsläufig gespürt werden.

In „…auf…“ werden verschiedene Zeit- und Klangräume kategorisiert und reflektiert. Die Eröffnung neuer kompositorischer Klangräume spielt dabei eine zentrale Rolle. Andre geht es um die Entwicklung einer besonderen Spannung zwischen verschiedenen Impulsen und Antworten, wie zum Beispiel Harmonie und Disharmonie, wobei jeder Impuls existenziell ist. Die konsequente und strukturierte Entwicklung dieser Klangtexturen stellt den Bogen dar, den das Stück umspannt. Nach und nach zerfällt es dann in Fragmente, wodurch es Andre gelingt, verschiedene Kategorien von Stille zu entwickeln.

Während die Besetzung in den ersten beiden Teilen von „…auf…“ rein akustisch ist, also ausschließlich das Orchester erklingt, kommt im dritten Teil noch Live-Elektronik hinzu. Um das Publikum herum werden acht Lautsprecher und vier Schlagzeuger platziert, was ein ganz besonderes Klangerlebnis zur Folge hat. Die Musik, akustisch und elektronisch, erschallt von allen Seiten und wird direkt auf die Zuhörer in der Mitte ausgerichtet.

Bei diesem Projekt legte Mark Andre auf Folgendes besonderen Wert: die Konsequenz der Entwicklung sowie die eigene Selbstendeckung. „…auf…“ ist daher auch ein sehr persönliches Werk. Eine Komposition ist immer eine Reise nach innen. Dabei entdeckt man in sich neues Material und andere Perspektiven. Andre wünscht sich, dass die Zuhörer das intuitiv bemerken, erleben, vielleicht sogar davon berührt werden.

Das heute zur Aufführung gebrachte „…auf…II“ ist Pierre Boulez und den Solisten des Ensemble Moderne gewidmet. Zwischen dem Komponisten und dem Ensemble Moderne bestand während der Entwicklung des Stücks eine enge Zusammenarbeit. Auch nach „…auf…“ soll diese Zusammenarbeit fortgesetzt werden. Für Mark Andre ist es immer wieder „etwas Besonderes, für dieses Ensemble komponieren zu dürfen“.

Medien

Titel Part / Version Lagerbestand Preis   
auf...II Partitur On Demand €49.95 0

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